Traumasensitives Yoga – eine evidenzbasierte Ergänzung zur psychologischen Arbeit
Traumatische Erfahrungen hinterlassen nicht nur psychische Spuren, sondern wirken sich direkt auf das Nervensystem und den Körper aus. Häufig zeigen Klient:innen nach Trauma körperliche Symptome, chronische Anspannung, Hypervigilanz/Hyperarousal, Schlafstörungen, Panik oder Antriebslosigkeit, während das analytische Denken (Neocortex) weitgehend intakt ist.
Traumasensitives Yoga (TSY) nutzt körperorientierte, traumasensitive Methoden, um:
- Nervensystemregulation zu fördern und Dysregulationen wie Hyperarousal oder dorsale Untererregung zu verringern
- Körperwahrnehmung und Selbstwahrnehmung zu stärken
- Ressourcen zu aktivieren, bevor Trigger zu Ausnahmezuständen führen
- Sicherheits- und Präsenzgefühl im Körper wiederherzustellen
Durch gezielte Übungen in einem geschützten Rahmen lernen Klient:innen, ihre physiologischen Reaktionen auf Stress und Trauma bewusst wahrzunehmen und zu regulieren. Dies unterstützt die Arbeit in der Psychotherapie, insbesondere bei Klient:innen mit:
- Persistierender Anspannung oder Hypervigilanz
- Dissoziativen Symptomen, Taubheit oder Antriebslosigkeit
- Somatischen Beschwerden ohne organische Ursache
- Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) oder komplexen Traumafolgen
Wissenschaftlicher Hintergrund:
- TSY und andere körperorientierte Ansätze fördern die Stabilisierung des autonomen Nervensystems, insbesondere die Aktivierung des ventralen Vagus und die Regulation von Sympathikus/Parasympathikus
- Studien zeigen positive Effekte auf PTSD-Symptome, Angst, Depression und somatische Beschwerden
- Körperbasierte Interventionen wirken komplementär zur Gesprächstherapie, da sie körperliche Dysregulationen adressieren, die oft kognitiv nicht zugänglich sind
Fazit für die Praxis:
TSY kann präventiv oder begleitend eingesetzt werden, um die psychotherapeutische Arbeit zu ergänzen, Re-Traumatisierung zu vermeiden und die Selbstregulation der Klient:innen zu stärken.
Wenn Sie Interesse an einer Zusammenarbeit oder weiteren Informationen haben, freue ich mich über Ihre Rückmeldung. Gemeinsam können wir Klient:innen eine integrative Begleitung von Körper, Geist und Nervensystem ermöglichen.

